Alkoholismus: Unterschied zwischen den Versionen
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→Trinkertypen
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===Der gepflegte Trinker===
Dieser Trinkertyp ist Meister des Selbstbetrugs und wird sein Gewissen mithilfe der [[Selektive Wahrnehmung|Selektiven Wahrnehmung]] gekonnt beruhigen. Die Tatsache, dass er meistens nur am Abend trinkt und dann auch nur 2, machmal 3 Flaschen ausgesuchten, teuren Wein oder [[Champagner]], nur ein, zwei [[Likör]]chen als Aperitif und vielleicht ein oder zwei kleine Verdauungsschnäpschen nach dem Essen, suggeriert dem gepflegten Trinker, er habe alles im Griff und könne jederzeit mit der genussvollen Trinkerei aufhören. Da er sich in diesem Punkt sehr sicher ist, wird er nie ausprobieren, was er sich einredet und ein ganzes Leben lang seinen gepflegten Alkoholkonsum fortsetzen, bis auch ihn die Fettleber, das Leberkarzinom oder der Magendurchbruch zu einer Änderung seines Lebenswandels auffordern wird. Gelegentlich kann es auch dem gepflegten Trinker passieren, dass er einen Kontrollverlust erleidet, seine gepflegten Manieren vergisst und er gepflegt vom Stuhl fällt, doch auch für dieses kleine Malheur wird dieser Trinkertyp eine plausible, den wahren Grund des Kontrollverlustes verleugnende Erklärung finden.
===Der philosophisch-hedonistische Trinker===
Dieser schon im alten [[Griechenland]] verbreitete Typ des Trinkers ist insofern hervorzuheben, als dass er seine „Krankheit“ im Gegensatz zu den Anderen nicht verleugnet. Allerdings sieht er die medizinische Doktrin Leben zu verlängern lediglich als eine von vielen existierenden philosophischen Denkschulen; geht man hingegen, wie er es tut, davon aus, dass Genuss der einzig finale Lebenszweck ist, so wäre eine Einschränkung des Alkoholkonsums womöglich sogar kontraproduktiv, nämlich dann, was regelmäßig auch der Fall ist, wenn eine relativ asketischere Lebensweise eine ungünstigere Genuss-Leid-Bilanz nach sich zieht. Häufig ist dieser Typ durch seine lautstarken, gleichwohl nicht vollkommen irrationalen Äußerungen an Stammtischen auffällig, zumindest bis <s>das [[Stasi|MfS]]</s> der [[BND]] ihn zu einem Gespräch unter vier Augen einlädt. Die seltenen Fälle, denen dies nicht widerfährt, sind übrigens wohl die häufigste Ursache von Berufsunfähigkeit bei an Therapieversuchen gescheiterten [[Arzt|Medizinern]].
===Der gewerbsmäßige Trinker===
Seine Aufgabe ist es, durch ausuferndes, aber kontrolliertes Trinken, seinem zu noch ausufernderem Trinken zu verleitenden Gegenüber wertvolle Informationen und/oder (sonstige) wirtschaftliche Vorteile zu entlocken. Berühmtester Vertreter dieser Art war [[Konrad Adenauer]], dem es dadurch gelungen ist, den Sowjets zahlreiche {{zensiert|ausgebeutete Kriegsgefangene}} in einer mit dem Internationalen Abkommen über die Entgeltung von Leiharbeitnehmern konformen Art und Weise vergütete Facharbeiter abzuluchsen. Diese Tätigkeit erfordert ein gehöriges Maß an Disziplin, die Adenauer als altem Rheinpreußen jedoch zu eigen war. Heute hingegen ist diese Branche mit am schwersten von Fachkräftemangel gebeutelt, und dies nicht etwa, weil es keine disziplinierten [[Hartz-IV]]-Empfänger gäbe, sondern weil diese vielmehr genötigt sind, ihre gesamte Disziplin dem korrekten Ausfüllen komplexer behördlicher Formulare zu widmen.
===Der aufrichtige Trinker===
Der aufrichtige Trinker glaubt, um die Ausmaße seiner Krankheit zu wissen und steht dazu, ein Alkoholiker zu sein. Bei jeder Gelegenheit nervt dieser Trinkertypus seine Mitmenschen mit Ankündigungen, „er werde bald etwas gegen seine Sucht tun, denn so ginge es nicht weiter“ um daraufhin einen Totalabsturz zu zelebrieren. In den kurzen nüchternen Phasen überkommt ihn die Trinker-Depression, gelegentlich besorgt er sich auch mal die Telefonnummer einer Entzugsklinik, doch schon nach dem nächsten Glas [[Bier]] wird er seine [[Liste der guten Vorsätze|guten Vorsätze]] über Bord werfen und sich überzeugend einreden, „er könne halt nicht ohne Alkohol leben“ und sei vom [[Schicksal]] zu seiner selbstzerstörerischen Existenz verdammt.
===Der
Dieser [[BWL|wirtschaftsgläubige]] Alkoholsympathisant, zumeist [[Unterschuldung|unterschuldet]], rechnet gegen den kalkulatorischen entgangenen Nutzen die Einsparpotenziale eines alkoholbedingten [[Suizid|sozialkassenverträglichen Frühablebens]] auf und kommt schließlich dadurch auf eine Bilanz, die nicht nur die hartgesottensten [[Psychiatrie|Psychiater]], sondern gar erfahrene [[Hartz-IV|Hartz]]-Theoretiker erschaudern lässt. Seine Lebensmotti sind „Dummheit frisst, Intelligenz säuft“ sowie „Saufen bis der Arzt kommt, und, wenn er weg ist, weitersaufen“.
===Der Verschwendungstrinker===
Dieser Typ verschüttet mehr Alkohol als er trinkt. Speziell das Eingießen aus der Flasche ins Glas will morgens nicht gelingen. Behandlungsversuche mit Mitteln gegen [[Parkinson]] sind zu 100% erfolglos. Wenn kein gesellschaftlicher Druck (Krawattenzwang, "Abendkleidung erwünscht" usw.) ein Trinken aus Gläsern erfordert, oder der Gastgeber die Flaschen rausrückt, ist aus ''Sparsamkeitsgründen'' ein "Schluck aus der Pulle" angezeigt.
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