UnNews:Deutsche Bank möchte gern verstaatlicht werden

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Frankfurt (Deutschland), 18.03.2008:

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Der große Vorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat wegen der Krise an den internationalen Finanzmärkten kalte Füße bekommen und die Regierungen, Zentralbanken und Geschäftsbanken zu gemeinsamem Handeln aufgefordert. UnNews fing den Manager beim Füßescharren vor dem Finanzministerium ab und führte ein kurzes Gespräch mit ihm.

Hier könnte bald Finanzminister Steinbrück einziehen. Er kann sich nur noch nicht für einen Turm entscheiden.

UnNews: „Herr Ackermann, Sie sind eine der Galionsfiguren der freien Wirtschaft in Deutschland und der ganzen Welt. Haben wir richtig gehört, dass Sie angesichts der akuten Finanzkrise den Staat jetzt zum Eingreifen auffordern?“

Josef Ackermann: „Allerdings. Es wird sogar höchste Zeit dafür. Ihnen ist sicherlich bekannt, dass eines der Grundprinzipien der Marktwirtschaft der Profit ist. Dieser Grundpfeiler ist zur Zeit in Gefahr. Und wenn die Grundlage der Marktwirtschaft in Gefahr ist, muss der Staat handeln.“

UnNews: „Für wie dramatisch halten Sie denn die Lage an den Finanzmärkten?“

Josef Ackermann: „Lassen Sie es mich so beschreiben: Jede Bank auf der Welt hat irgendwelche Leichen im Keller. Zum Beispiel Schrotthypotheken und andere überbewertete Aktiva, Verpflichtungen aus undurchsichtigen Derivategeschäften, Angestellte, die mit Kundengeldern herumzocken, Manager, die sich für ihren Bonus irgendetwas zusammenlügen müssen, Aufsichtsräte, die zu dumm sind, um aus der Limousine zu kucken. Wie bei echten Leichen, hat man überhaupt kein Problem, solange niemand im Keller putzen will. Aber wenn die Geschäfte mal nicht so laufen, dann wird die Gefahr immer größer, dass irgendjemand im Keller herumstöbert. Das ist jetzt schon einigen Banken passiert, und eine reißt die nächste mit.“

UnNews: „Wie steht es denn mit Ihrem Institut, wenn man fragen darf? Hat die Deutsche Bank auch Leichen im Keller?“

Josef Ackermann: „Sicher, die eine oder andere. Aber unsere Keller sind sehr, sehr tief.“

UnNews: „Nun fordern Sie also den Staat zum Handeln auf. Warum sollte der Staat das tun?“

Josef Ackermann: „Nun, wenn jetzt nichts unternommen wird und die Banken reihenweise zusammenbrechen, dann entgehen auch dem Staat eine Menge Steuern.“

UnNews: „Was denn! Sie zahlen Steuern?“

Josef Ackermann: „Gelegentlich ... aber ich habe auch nicht nur von mir gesprochen.“

UnNews: „Und was kann der Staat unternehmen, um die Krise aufzuhalten?“

Josef Ackermann: „Was der Staat in solchen Fällen immer tut: Mit Bürgschaften aushelfen, Steuermilliarden in marode Banken hineinbuttern, eventuell auch die eine oder andere Bank verstaatlichen. Haben die Briten ja jetzt auch schon gemacht.“

UnNews: „Gilt dieser Vorschlag auch für die Deutsche Bank?“

Josef Ackermann: „Selbstverständlich. Das ist doch auch naheliegend. Der Name Deutsche Bank klingt doch ohnehin schon fast öffentlich-rechtlich. Natürlich sehen wir so eine staatliche Unterstützung immer nur als vorübergehende Maßnahme. Sobald die Gewinne wieder sprudeln, müssen die Banken umgehend wieder privatisiert werden.“

UnNews: „Sie verlangen da eine ganze Menge von der öffentlichen Hand.“

Josef Ackermann: „Schon. Aber wir haben der Politik ja auch einiges zu bieten: Gut dotierte Aufsichtsratposten und Beraterverträge, um nur ein Beispiel zu nennen. Auf diese Weise wäre doch allen geholfen.“

UnNews: „Gibt es noch andere Vorschläge von Ihrer Seite?“

Josef Ackermann: „Natürlich. Wichtig ist jetzt auch, dass die Europäische Zentralbank jetzt die Zinsen deutlich senkt. Die amerikanische Zentralbank hat die Zinsen jetzt schon so oft heruntergesetzt und die Geldmenge so sehr erhöht, dass der US-Dollar bald völlig wertlos ist. Hier muss der Euro unbedingt nachziehen.“

UnNews: „Herr Ackermann, wir bedanken uns für dieses Gespräch.“

Quellen[edit]