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{{Zitat|A lot of people who go into prison straight, and when they come out they’re gay.|[[Ben Carson]]|}}
Die '''Amerikanische''' '''
Die Tradition ist weniger ein festgeschriebenes Wertesystem als ein spontan auftretender Rechtfertigungsreflex, der durch Worte wie „Freiheit“, „Verfassung“, „Gott“ und „Bacon“ ausgelöst wird.
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{{Zitat|I wish to God that she had an M4 in her office, locked up so when she heard gunfire, she pulls it out... and takes him out and takes his head off before he can kill those precious kids|Louie Gohmert|}}
Schulmassaker sind dabei kein trauriges Versagen, sondern vielmehr ein fest verankerter Bestandteil der nationalen Erzählung – fast schon ein jährliches Ritual, das von Medien, Politikern und Waffenlobbyisten gleichermaßen mit dem nötigen Abstand zelebriert wird. Jede Tragödie erzeugt einen Welleneffekt aus Forderungen nach noch mehr Waffen – schließlich macht Sicherheit nur mit mehr Knarren wirklich Spaß.
=== Polizeigewalt & Aufstände ===▼
Das Recht auf Waffenbesitz wird fast religiös verteidigt, als wäre es die letzte Bastion der Freiheit gegen den allmächtigen Staat. Selbstverständlich versteht jeder Amerikaner, dass eine halbautomatische Waffe in der Hand eines verantwortungslosen Bürgers besser ist als ein funktionierendes Gesundheitssystem oder präventive Sozialpolitik für die Allgemeinheit.
==== Waffenhersteller ====
Die Waffenhersteller gelten als nationale Helden und Steuerzahler, die die Wirtschaft stützen. Deren Marketingabteilungen verstehen es meisterhaft, Angst in Gold zu verwandeln: „Schützen Sie Ihre Familie vor imaginären Gefahren, mit einer Waffe, die garantiert echte Unfälle produziert!“
==== Waffengesetze ====
Die Waffengesetze sind ein Flickenteppich aus Regulierungen, Ausnahmen und Schlupflöchern, die so komplex sind, dass selbst FBI-Agenten bei der Auslegung ins Schwitzen kommen. Hintergrundchecks? Optional. Altersgrenzen? Flexibel. Magazinbegrenzungen? Werden gekonnt ignoriert. In manchen Bundesstaaten kann man sich eine Waffe leichter kaufen als eine Flasche Bier.
==== Waffenkultur und Patriotismus ====
DIe Waffenkultur und der Patriotismus sind untrennbar miteinander verwoben, je größer das Kaliber, desto größer die Liebe zur Nation. Waffen werden bei Paraden getragen, in Schulen heimlich transportiert und in Videospielen glorifiziert. „The right to bear arms“ ist dabei nicht nur eine Phrase, sondern ein Mantra, das den amerikanischen Mythos vom unbesiegbaren Helden am Leben erhält – auch wenn dieser Held häufig gegen imaginäre Feinde kämpft und dabei gelegentlich eigene Bürger trifft.
{{Zitat|Guns don't kill people, people kill people.|National Rifle Association (NRA)|}}Plünderung von Geschäften, Straßenschlachten mit der Polizei, Niederschießen von Demonstranten,
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{{Zitat|Without voter fraud, Obamacare would not exist.|Greg Abbott, Gouverneur von Texas|}}
Armut wird traditionell nicht als strukturelles Problem verstanden, sondern als persönliches Versagen. Wer es nicht „geschafft“ hat, hat einfach nicht hart genug gearbeitet – oder zu wenig gebetet. Gleichzeitig wird Reichtum als moralische Überlegenheit interpretiert, was erklärt, warum Milliardäre als Heilige verehrt werden, obwohl sie Steuern zahlen wie Wale fliegen.
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{{Zitat|People like their sugar. We’re not going to demonize a product that people enjoy.|Michael Kantor|}}
Die amerikanische Ernährungstradition basiert auf drei Grundpfeilern: Fett, Zucker und Patriotismus. Essen ist hier nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern ein Ausdruck nationaler Identität – vorzugsweise in XXL. Die Portionen sind so groß, dass sie eigene Postleitzahlen brauchen, und die Zutatenliste liest sich wie ein Chemiebaukasten für Fortgeschrittene.
Ernährungsbildung in Schulen beschränkt sich meist auf das Erkennen von Markenlogos und das korrekte Aussprechen von „McDouble“. Wer sich gesund ernährt, gilt schnell als verdächtig – oder schlimmer: als Europäer.
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{{Zitat|I will tell you: It's three agencies of government, when I get there, that are gone: Commerce, Education and the — what's the third one there? Let's see. ... OK. So Commerce, Education and the — ... The third agency of government I would — I would do away with the Education, the ... Commerce and — let's see — I can't. The third one, I can't. Sorry. Oops.|Rick Perry|}}
In den Vereinigten Staaten ist Bildung kein Grundrecht – sie ist ein Geschäftsmodell. Und wie bei jedem guten Geschäftsmodell gilt: Wer nicht zahlt, bleibt dumm. Es gibt keine bessere Investition, als die in ein besseres Leben – außer vielleicht in Aktien von Waffenherstellern, Ölkonzerten, verrückten reichen Menschen oder Fast-Food-Ketten. Je nachdem, wie eine Familie finanziell aufgestellt ist, stehen unterschiedliche Bildungswege offen. Dabei gilt: Bildung ist ein Privileg. Erst wenn man seine Seele an Sallie Mae verkauft, darf man sich Wissen in Raten aneignen – mit einem Zinssatz, der selbst Mafia-Buchhaltern Tränen in die Augen treibt.
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Wer genug zahlt, bekommt bessere Lehrer. Wer mehr zahlt, bekommt bessere Noten. Und wer richtig tief in die Tasche greift, erhält direkt einen Abschluss – ganz ohne jemals ein Klassenzimmer betreten zu haben. Bildung ist schließlich ein Produkt, und der Kunde hat immer recht. In besonders exklusiven Einrichtungen wird sogar das Denken ausgelagert – an externe Berater mit Ivy-League-Diplom und patriotischer Gesinnung.
Für Eltern, die der Meinung sind, dass sie es besser wissen als der Staat – oder zumindest besser als Wikipedia. Homeschooling ist besonders beliebt in Regionen, in denen Dinosaurier als „große Hunde Gottes“ gelten und Mathe als kommunistische Verschwörung. Sehr praktisch ist jedoch das kaum kosten anfallen und die Chance das ein Kind stirbt deutlich geringer ausfällt.
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Ein bewährter Bildungsweg für alle, die sich Wissen mit Disziplin, Uniform und gelegentlichem Auslandseinsatz verdienen wollen. Inklusive kostenlosem Studium – nach dem Dienst, versteht sich. Oder während, wenn man Multitasking beherrscht.
===Konzerne & Umwelt===
{{Zitat|In times of war, in times of conflict, you can blow up those windmills, they fall down real quick… you can do a lot of things to those solar panels, but you know what you can’t hurt? Coal. You can do whatever you want to coal.|[[Donald Trump]]|}}
Konzerne sind das Rückgrat der amerikanischen Tradition – kräftig, unbeugsam und steuerlich nahezu unsichtbar. Sie sind wie Götter: allgegenwärtig, unantastbar und ständig auf der Suche nach neuen Wegen, sich selbst zu verherrlichen. Vom Kinderbuchverlag bis zum Rüstungsgiganten folgt jedes Unternehmen dem Heiligen Dreiklang amerikanischen Unternehmertums: Profit, Einfluss, Steuerflucht.
Lobbyismus ist dabei keine Randerscheinung, sondern ein verfassungsähnliches Grundprinzip. Es gilt: Wer zahlt, gestaltet mit – und wer genug zahlt, schreibt gleich den Gesetzestext selbst. Politiker sind hier keine Volksvertreter, sondern Saisonkräfte mit Sponsorvertrag. Die Grenze zwischen Konzernzentrale und Kongressbüro ist fließender als Öl in den vereinigten Arabischen Emiraten.
Besonders bewährt hat sich die Tradition der Selbstregulierung. Das bedeutet: Konzerne kontrollieren sich selbst – wie Schüler, die ihre eigenen Mathearbeiten benoten dürfen. Das Ergebnis sind Preisabsprachen, Steuerparadiese und CEOs, die gleichzeitig wegen Umweltverbrechen angeklagt und für Umweltpreise nominiert werden. Die amerikanische Kohleindustrie ist dabei nicht nur ein Energiesektor – sie ist ein emotionales Nationalerbe, ein nostalgisches Fossil für Menschen, die weder an Evolution glauben, noch an Emissionswerte.
Erst mittendrin, zwischen Steuertricks und Aktienrückkäufen, begegnet einem beiläufig die Umwelt – meist in Form einer Klage. Umweltschutz gilt als Wachstumsbremse und wird entsprechend behandelt: mit Verachtung, PR-Kampagnen und symbolischen Pflanzaktionen vor laufender Kamera. Solarpanels gelten als Bedrohung für die nationale Identität, Windräder als massakrierer für Vögel. Und wenn dann doch mal etwas „grün“ gemacht wird, dann meistens der Dollar.
Die Erde ist ein Geschäft – und solange der Profit stimmt, kann man sie ruhig weiter verbrennen. Immerhin wächst das Bruttoinlandsprodukt schneller als der Meeresspiegel.
===Rassismus===
{{Zitat|When Mexico sends its people, they’re not sending their best. … They’re bringing drugs. They’re bringing crime. They’re rapists. And some, I assume, are good people.|Donald J. Trump, Antrittsrede zur Kandidatur, 2015|}}
Rassismus ist ein strukturell fest einbetoniertes Qualitätsmerkmal nationaler Identität. In den USA ist Hautfarbe eine praktische Klassifizierung – ähnlich wie bei Hausmüll: je dunkler, desto schneller weg. Dabei geht es längst nicht mehr nur um persönliche Vorurteile, sondern um ein effizientes System, das Diskriminierung mit Verwaltungsakten, Polizeiberichten und Immobilienpreisen umsetzt.
Der Amerikanische Rassismus ist dabei so raffiniert, dass er gleichzeitig existiert und geleugnet wird – ein quantenmechanisches Vorurteil, das in jedem Gerichtssaal entweder unsichtbar oder systemrelevant ist. Während People of Color mit Polizeikugeln erzogen werden, dürfen Weiße mit Maschinengewehren ins Kapitol spazieren – aus Liebe zur Demokratie. Außerdem folgt die Justiz dem Prinzip „Blindheit ist keine Ausrede“ – außer man ist Polizist. Dann ist alles okay, solange man sich „bedroht gefühlt“ hat, selbst wenn die Bedrohung aus einem Spielzeug, einem Handy oder einem unsichtbaren Verdacht bestand.
Gleichzeitig wird das Prinzip des „erfolgreichen Einzelfalls“ gepflegt: Ein schwarzer Präsident? Rassismus vorbei. Ein asiatischer CEO? Problem gelöst. Ein indigener Schauspieler im Super-Bowl-Werbespot? Versöhnung durch Konsum. Das amerikanische Rassismus-Management funktioniert wie ein PR-Büro: Man zeigt Diversität – aber ohne Macht, Einfluss oder Budget.
Die Einwanderungspolitik der Vereinigten Staaten funktioniert nach dem Prinzip des „Color Sorting“: Wer bleich ist, wird eingebürgert. Wer Braun ist, wird zurück geschoben. Wer schwarz ist, wird erschossen. Wer indigene Wurzeln hat, lebt im Casino. Und wer asiatisch aussieht, darf Mathe unterrichten, aber bitte ohne Akzent.
===Frauenrechte===
{{Zitat|If it’s a legitimate rape, the female body has ways to try to shut that whole thing down.|Todd Akin, republikanischer Kongressabgeordneter, 2012|}}
Frauenrechte sind dabei weniger ein Menschenrecht als ein Debattierclub für alte weiße Männer mit Bibel in der einen und Kontrollzwang in der anderen Hand.
Das Recht auf Abtreibung wurde vielerorts abgeschafft – nicht etwa, weil es unethisch wäre, sondern weil es Frauen die gefährliche Illusion von Selbstbestimmung vermittelt. Stattdessen setzt man auf Gebet, Enthaltsamkeit und die magische Kraft von Vergewaltigungsdefinitionen. So wird aus sexueller Gewalt ein biologisches Wunder – oder zumindest ein bürokratischer Ausnahmefall.
Frauen, die sich öffentlich für Gleichstellung einsetzen, werden liebevoll als „Hexen“, „Feminazis“ oder „Unruhestifterinnen“ bezeichnet – eine Form der zivilisierten Auseinandersetzung, die direkt aus dem 15. Jahrhundert importiert wurde. Gleichberechtigung bedeutet in der Praxis, dass Frauen alles tun dürfen, was Männer tun – solange sie dabei nicht menstruieren, sich Geld verdienen oder widersprechen.
==Impfung==
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