Uncyclopedianer

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Der typische Uncyclopedianer ist bereits von weitem an seiner auffälligen Einäugigkeit zu erkennen, trotz seines bizarren Anblicks aber meist harmlos, und schriftlich besser als mündlich.

„Wer Stil und Ideen hat, wird Schriftsteller.
 Wer Stil hat, aber keine Ideen, wird Journalist.
 Wer keinen Stil hat, aber Ideen, wird Uncyclopedianer.
 Wer weder Stil noch Ideen hat, wird Germanist.“

~ unbekannter Germanist über Uncyclopedianer


Beim Uncyclopedianer (lat.: uncyclopedius ingenium mutans) handelt es sich um eine mikroskopisch kleine, virenähnliche Mikrobe, welche meist in größerer Anzahl in einer Symbiose mit ihrem Wirt (Mensch) auftritt. Sie nistet sich dort im Gehirn ein und trägt zur geistigen Umnebelung des Befallenen bei, indem sie ihm vorgaukelt, auf dem Weg zu grenzensprengendem Wissen und umfassend neuen Erkenntnissen zu sein. Als Mengeneinheit für den Uncyclopedianer verwendet man das U für Unce.

Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name geht zurück auf das stirnäugige Volk der Zyklopen (lat.: cyclopus polyphemiensis) der griechischen Mythologie. Die Infektion ruft nämlich eine Art Tunnelblick hervor, in welchem sich das innere Sehfeld des Betroffenen in etwa auf die Breite eines Einäugigen fokussiert.

Ursprung/Auftreten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein erstes Auftreten dieser eigentümlichen Mikrobe wurde von amerikanischen Wissenschaftlern im Jahr 2002 in den USA festgestellt. Seitdem verbreitet sie sich epidemieartig über die ganze Welt. Der erste Befall in Deutschland wurde im Jahr 2005 verzeichnet. Mutmaßungen, dass der Uncyclopedianer bei Experimenten in einem amerikanischen Chemielabor entstanden und von dort entwichen ist, konnten bisher jedoch nicht stichhaltig belegt werden.

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Befall erfolgt meist schleichend, die Inkubationszeit kann sich über mehrere Wochen oder sogar Monate hinziehen. Angehörige bemerken oft lange nichts von der Erkrankung. Längeres, introvertiertes Grübeln, bisweilen verbunden mit einem Fingerschnipsen und einem hintergründigen Lächeln sowie stundenlanges Sitzen vor dem PC sind jedoch ernstzunehmende Anzeichen einer allmählichen Infizierung. Bei stärkerem Befall hört man dann Sätze wie "Bin nur mal kurz im Labor..." Danach läuft die Kaffemaschine stundenlang auf Dauerbetrieb und hin und wieder klingelt vielleicht mal der Pizzaservice. Der Kühlschrank ist bis zum Bersten gefüllt mit dutzenden Dosen Hansa-Pils. Bei Nacht ist durchs Fenster bisweilen helles Aufflackern zu erkennen, das von soeben eingeschlagenen Gedankenblitzen herrühren soll.

Auswirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Virenbefall erfährt der Infizierte zunächst eine überaus starke Sensibilisierung, die ihn befähigt, Dinge oder Situationen aus einem ganz individuellen, nicht unbedingt mit der Allgemeinheit konformen Blickwinkel zu sehen. Eine neue Welt scheint sich dadurch für ihn aufzutun. Schon bald entsteht dann auch der Wunsch, die gewonnenen Erkenntnisse an andere weiterzugeben. Das Internet hat sich als das ideale Medium erwiesen, gesellschaftliche Problempunkte anzuprangern, allseits bekannten Nervensägen einen verbalen Tritt ins Hinterteil zu verpassen, hinter altbekannten Worthülsen völlig neue Bedeutungen zu entdecken oder einfach der Freude an Witz, Satire oder purem Nonsens freien Lauf zu lassen. Ab einem gewissen Punkt glauben die Infizierten allerdings, die virtuelle Realität, die sie selbst erschaffen sei das echte Leben, wittern allerorts Verschwörungstheorien und mutieren auf Dauer nicht selten zu misanthropischen, leicht paranoiden Zynikern.

Prognose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leichte Infizierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer leichten Infizierung (unter 5000 U) sind die Heilungsaussichten recht gut. Die Betroffenen bemerken meist rasch die vorhandenen Defizite und realisieren, dass zwischen "gut gemeint" und "GUT" ein nicht unerheblicher Unterschied besteht. Bei Bedarf erfahren sie auch von freundlichen Leuten mit Hinweisen wie "Stumpf", "nochmal", "sooo schlecht" die notwendige Unterstützung. Mit einer Rückkehr des Infizierten ins normale Leben kann alsbald gerechnet werden.

Starke Infizierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei starker Infizierung sitzt der Erkrankte oft tagelang vor seinem Computer und grübelt, welches Meisterwerk er als nächstes verfasssen soll.

Bei einer stärkeren Infizierung ist die Prognose deutlich ungünstiger. Der Betroffene verspürt keinen nennenswerten Leidensdruck und somit ist der Wille zur Gesundung nur sehr gering ausgeprägt. Vor sich und und seinem sozialen Umfeld wird der Infizierte seine Erkrankung kleinreden und stattdessen behaupten, er hätte ein neues Hobby für sich entdeckt, das ihn voll und ganz ausfülle und glücklich wie noch nie mache. Ähnlich wie beim Alkoholismus bewegt sich der Erkrankte zunehmend in einer virtuellen Scheinwelt, die seine Persönlichkeit massiv verändert und ihn sozial isoliert. Seine Selbstbestätigung holt er sich fortan ausschließlich durch die Überprüfung der uncyclopedischen Statistik, die ihm die Flut seiner Edits wiederspiegelt und die Anzahl seiner im Artikeltest, im AdW sowie im AdM erworbenen Auszeichnungen.

Aber auch in solch hoffnungslos erscheinenden Fällen kommt es mitunter zu überraschenden Wendungen. Denn durch die Infizierung entsteht offensichtlich eine starke Sensibilisierung, welche sich meist auch auf die Egozentrik des Betroffenen auswirkt. Das wiederum birgt ein unterschwelliges Konfliktpotenzial in sich. Es entstehen bisweilen Situationen, in denen beim Betroffenen urplötzlich die Erkenntnis reift: "Eigentlich muß ich doch garnicht hier sein". Damit ist der Weg zu einer kaum mehr für möglich gehaltenen Wende in Form einer Spontanremission geöffnet. Die Rückfallgefahr ist in solchen Fällen eher gering. Wissenschaftler sprechen hierbei von einem sogenannten "systemimmanenten Selbstheilungsfaktor".

Therapiemöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In leichteren Fällen hat sich die regelmäßige Gabe von Anti-Uncyclopediva bewährt und bei schwereren Erkrankungen gilt die operative Entfernung von besonders stark befallener Hirnsubstanz als das Mittel der Wahl. Amerikanische Ärzte berichten außerdem von erstaunlichen Heilungserfolgen durch einen mehrmonatigen freiwilligen Aufenthalt in Guantanamo.


Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]