Helge Schneider: Unterschied zwischen den Versionen

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325 Bytes hinzugefügt ,  30. Juli 2008
Viele Kritiker haben Schwierigkeiten, das Phänomen Helge richtig einzuordnen (Genie? Fitzefatziger Kretin? Oder am Ende beides, man denke nur an Gore Vidals Satz über Andy Warhol "Das einzige Genie mit einem IQ von 60"?), was durchaus ein Problem ist, denn das richtige Einordnen der Zeiterscheinungen ist ja das, was einen guten Kritiker ausmacht, sonst wird ihm irgendwann von den Kollegen das Etikett "guter Kritiker" auch wieder abgesprochen.
 
Für all diejenigen, die Schwierigkeiten mit der Einordnung haben: Kern des Helge'schen Wesens ist eine ausgeprägte Stressallergie, er ist im Grunde nichts weiter als ein alter Hippie., Einein alter Hippie, der zudem keineden Drogen mehrabgeschworen nimmthat ("nie wieder Beckmann"), und somit anfällig, schutzlos, nackt (siehe sein autobiografisches Buch: "Zieh dich aus, du alter Hippie").<br> Schneider kann es nicht verknusen, genervt zu werden von einer in seinen Augen bedrohlich repressiven Welt.<br> NichtDies allein wär nun nicht weiter aufsehenerregend, "genervt sein" fängt bei ihm allerdings auf einem extrem niedrigen Niveau an, es fängt schon da an, wo man von Regisseuren so komische Sachen wie Drehbücher sehen will, von Büchern Handlung und von Witzeerzählern Pointen. Man könnte sein Motto als "Sinn korrumpiert" umschreiben.<br>
Mit einem Publikum, das für Eintrittsgeld auch noch unterhalten werden will, kann er nun gar nichts anfangen, das geht ihm ja so was von auf die Nüsse, er musste jahrelang radikal dagegen halten: "Ich habe es endlich geschafft, dass die Leute nichts erwarten." <br> So kommt es, dass der Mann mit dem humoristischen Wackelkontakt zuweilen brilliert und überragende Komikpotenz zur Schau stellt (so zu einem jungen Schachspieler in einer Talkshow: "Wenn du jetzt mal n Mädchen kennen lernst, dann sagst du, ich kann Schach, und du findest eine, die auch gern Schach spielt, dann habt ihr doch n super Hobby." oder St.Frage [[Stefan Raab|Raab]] :"In welcher Zeit hast du die Reise hinter dich gebracht?" - Schneider "In letzter Zeit."), manchmal spackt er aber auch nur dumm rum, vor allem wenn es notwendig wäre, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren (Filme!), gerät alles zum kompletten Fiasko und er wirkt grenzdebil.
 
Es ist ihm auch völlig egal, ob das, was er so verzapft, "Kunst" ist oder nicht, es soll bloß tunlichst stressfrei vonstatten gehen. Solange er von Mutter oder seinem guten Freund Reinhold Messner Butter bekommt ("Reinhold!" - "Helge!" - "Reinhold! Gib mal Butter." - "Helge! Gib doch selbst." - "Nee, Reinhold! ''Ich'' frag ''dich''!") , ist für ihn alles im grünen Bereich (siehe Link).<br>
Er ödet sein Publikum also nicht vorsätzlich an, er ist kein Unmensch, er unterhält es durchaus gern, das hat nur keinerlei Priorität.
Somit ist die Frage, was er nun eigentlich (positiv ausgedrückt) will, falsch gestellt und auch die oft verwendete Bezeichnung "[[Dada]]" unglücklich gewählt, denn Dadaisten wie Kurt Schwitters hatten ja ein Konzept und die Künstler des Cabaret Voltaire waren hochpolitisch und wollten durchaus etwas, bei Schneider ist das überhaupt nicht der Fall.<br> Er ist noch am ehesten ein skuriller Tchibokaffeehausavantgardepopscheißtattergreis, der seine Zeit damit verplempertverbringt, übers Land zu mäandern und manieristische WeisenUndergroundweisen über das Huhn "Kartoffelsalat Dachlatte die 16." zu schmettern (Flashback?). Und wenn sich der Stress doch mal meldet, dann seufzt er tapfer "aber muss ja, muss. Jajajajaja."
 
Nur wenn sich der Stress doch mal meldet, dann muss er auf die Zähne beißen, ein tapferer Oppa sein. Und dann seufzt er eben "aber muss ja, muss. Jajajajaja."
 
==Weblinks==
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