Quartäre Radiation: Unterschied zwischen den Versionen

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Keine Änderung der Größe ,  28. September 2009
K
===Ein bomben Physiker===
Carl Friedrich von Weizsäcker wurde als ältester Sohn von Ernst von Weizsäcker (1882−1951) und Marianne von Graevenitz (1889−1983) im Jahr 1912 in Kiel geboren. Über seine Jugend gibt es wenig Betrübliches zu berichten – der Vater war schließlich hober Beamter. Carl Friedrich von Weizsäcker wuchs ab 1915 in Stuttgart, ab 1922 in Basel und ab 1925 in Kopenhagen auf. 1937 heiratete er die Schweizer Historikerin Gundalena Wille (1908−2000). Sie war von einwandfreiem Pedigree, eine Tochter des Schweizer Oberstcorpskommandanten Ulrich Wille, der offen mit Deutschland sympathisierte. Er führte in der Schweiz die preussische Soldatenschinderei ein und 1918 ließ er den vom Oltener Aktionskomitee ausgerufenen Landesstreik mit militärischer Gewalt niederschlagen.
[[Datei:Copenhagen spring conference 1932.jpg|miniatur|600px400px|Friedenskonferenz im besetzten Kopenhagen 1941, in der Mitte ihr '''Initiator Carl Friedrich Freiherr von Weizsäcker''' im Kreise der Teilnehmer (von von links nach rechts): Heisenberg, Werner Karl; Hein, Piet; Bohr, N.; Brillouin, Leon Nicolas; Rosenfeld, Leon; Delbrück, Max; Heitler, Walter; Meitner, Lise; Ehrenfest, Paul; Bloch, Felix; Waller, Ivar; Solomon, Jacques; Fues, Erwin; Strømgren, Bengt; Kronig, Ralph de Laer; Gjelsvik, A; Steensholt, Gunnar; Kramers, Hendrik Anton; Weizsäcker, Carl Friedrich von; Ambrosen, J.P.; Beck, Guido; Nielsen, Harald Herborg; Buch-Andersen; Kalckar, Fritz; Nielsen, Jens Rud; Fowler, Ralph Howard; Hyllerås, Egil Andersen; Lam, Ingeborg; Rindal, Eva; Dirac, Paul Adrian Maurice; N.N.; Darwin, Charles Galton; Manneback, Charles; Lund, Gelius]]
1929 bis 1933 studierte von Weizsäcker Physik. 1936 habilitierte er, 1937 erschien sein Buch ''Die Atomkerne''. Nach Kriegsbeginn riß das Heer die Kernspaltungsforschung an sich. Werner Heisenberg wurde der theoretische Kopf der Forschung und zog seinen Assistenten Carl Friedrich von Weizsäcker hinzu. Von Weizsäcker erkannte, daß zur Herstellung spaltbaren Materials eine Uranmaschine verwendet werden kann und legte im Sommer 1940 legte dies in einem höchst anschaulichen Bericht an das Heereswaffenamt dar. Damit wollte er Einfluss gewinnen und den Bau von Atombomben verhindern. Wie Versuche ergeben hätten, könne Uran-238 gespalten und daher als Kernsprengstoff verwendet werden. Die Plutoniumbombe war erdacht. Um zu verhindern, dass irgend jemand anderes ohne seine Zustimmung damit eine Bombe bauen könnte, kam er auf eine pfiffige Idee: Im Sommer 1941 meldete er sogleich ein Patent über ein „Verfahren zur Energieerzeugung aus Uran-238“ an. Er beschrieb darin, wie in einem Kernreaktor waffenfähiges Plutonium-239 erzeugt werden kann – Punkt 5 lautete: „''Verfahren zur explosiven Erzeugung von Energie und Neutronen, ... das ... in solcher Menge an einen Ort gebracht wird, z. B. in einer Bombe, ...''“. Die Patentschrift wurde in den 1990er Jahren in Moskau wiedergefunden. Er selbst bastelte freilich weiter. ''„Nur durch göttliche Gnade“'' sei er vor der Versuchung, die deutsche Atombombe tatsächlich zu bauen, bewahrt worden. Diese Gnade bestand darin, ''„dass es nicht gegangen ist“''. 1941 kam zu einem Treffen mit Niels Bohr im deutsch besetzten Kopenhagen. Von Weizsäcker erläuterte später, sein Ziel sei es gewesen, eine Physiker-Allianz zu schmieden, die über die Grenzen der Kriegsgegner hinweg den Bau von Atomwaffen verhindern sollte. Bohr seinerseits hat die unter vier Augen erfolgte Gesprächseröffnung Heisenbergs aufgrund dessen schwer verständlichen Dänischs jedoch als Einladung zur Beteiligung am Bau der deutschen Atomwaffe verstanden.
 
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