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Heinrich Viktor Freiherr von Weizsäcker (1917–1939) war der zweite Sohn von Ernst von Weizsäcker. Er diente als Leutnant im vornehmen Potsdamer Infanterie-Regimentes 9. „Am 1. September 1939 ''überschritten'' die Einheiten der Weizsäcker-Brüder im Rahmen des Polenfeldzuges die polnische Grenze am Polnischen Korridor rund 40 Kilometer nördlich von Bromberg.“ Heinrich von Weizsäcker fiel am Abend des 2. September in der Schlacht in der Tucheler Heide, wenige hundert Meter von seinem Bruder Richard entfernt am Bahndamm von Klo no wo „bei einem polnischen ''Gegenangriff''.“ Wie wäre wohl die deutsche Geschichte verlaufen, wenn es umgekehrt gekommen wäre?
Viktor Freiherr von Weizsäcker ist vor allem erwähnenswert, weil er der einzige geborene Freiherr von Weizsäcker war und bleiben wird. Alle vor ihm geborenen Weizsäcker waren ursprünglich bürgerlichen Standes und nur nobilitiert, da der Großvater nach dem nicht erblichen, persönlichen Adel von 1897 erst 1916 in den erblichen Freiherrnstand erhoben wurde. Mit der Weimarer Reichsverfassung wurde am 11. August 1919 der Adel abgeschafft. Der bisherige Titel wurde zum Bestandteil des bürgerlichen Familiennamens. Also: geboren als „Freiherr Viktor von Weizsäcker“, gefallen als „Viktor Freiherr von Weizsäcker“. ''„Nur keine Nachlässigkeit in kleinen Dingen, Richi“'' lässt Samuel Beckett später Viko zu diesen Feinheiten in seinem Werk, ''Warten auf den Tod'', zu
Damit war, blieb und bleibt Viktor Freiherr von Weizsäcker die einsame Spitze der familiären Evolution von unterständischen Müllern über den kleinbürgerlichen Koch, den sauertöpfischen Stiftsprediger, den bildungspusseligen Theologieprofessor und schließlich den monarchistischen Regierungspräsidenten, den die Novemberrevolution aus dem Amt fegte. „Auf eben dieser Grundlage begab sich ein Großteil des Adels“ – unter der Führung der enttäuschten Freiherrn N.N. Freiherrn von Weizsäcker – „geistig und politisch auf den Weg vom König zum Führer“<ref>Stephan Malinowski, ''Vom König zum Führer: sozialer Niedergang und politische Radikalisierung im deutschen Adel zwischen Kaiserreich und NS-Staat'', Band 4 von ''Elitenwandel in der Moderne'', S. 244</ref> Wer sich nach generationenlangem Kampf soeben Oben angekommen wähnt, gibt so dicht vor dem Ziel nicht bei der ersten Widrigkeit auf. Was für ein Zoff der Philister wegen ein paar Deportationen, der Stabsarbeit für Heini Himmler, dem Nazi-Atombombenbasteln, der paar harmlosen Versuche mit Gehirnen – von vorher schließlich getöteten – Schwachsinnigen und der Verwaltung der verdienstvollen Reinhard-Heydrich-Stftung.
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