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Viktor Freiherr von Weizsäcker ist vor allem erwähnenswert, weil er der einzige geborene Freiherr von Weizsäcker war und bleiben wird. Alle vor ihm geborenen Weizsäcker waren ursprünglich bürgerlichen Standes und nur nobilitiert, da der Großvater nach dem nicht erblichen, persönlichen Adel von 1897 erst 1916 in den erblichen Freiherrnstand erhoben wurde. Mit der Weimarer Reichsverfassung wurde am 11. August 1919 der Adel abgeschafft. Der bisherige Titel wurde zum Bestandteil des bürgerlichen Familiennamens. Also: geboren als „Freiherr Viktor von Weizsäcker“, gefallen als „Viktor Freiherr von Weizsäcker“. ''„Nur keine Nachlässigkeit in kleinen Dingen, Richi“'' lässt Samuel Beckett später Viko zu diesen Feinheiten in seinem Werk, ''Warten auf den Tod'', zu diesem letzten Satz des letzten Freiherrn in seiner letzten Szene – bevor der Vorhang fällt – sagen, die ihm 1953 den Durchbruch verschaffen sollte und seinen, Becketts, Nachruhm begründete.
Damit war, blieb und bleibt Viktor Freiherr von Weizsäcker die einsame Spitze der familiären Evolution von unterständischen Müllern über den kleinbürgerlichen Koch, den sauertöpfischen Stiftsprediger, den bildungspusseligen Theologieprofessor und schließlich den monarchistischen Regierungspräsidenten, den die Novemberrevolution aus dem Amt fegte. „Auf eben dieser Grundlage begab sich ein Großteil des Adels“ – unter der Führung
===Ein fahnenflüchtiger Präsident===
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