Artus

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König Artus. Auf ihn geht auch die anti-arturitäre Erziehung zurück.

König Artus (auch König Arthur, König Pathos oder Kinder Maxi King) war eine britische Lichtgestalt und ein Erfinder. Er erfand unter anderem England, die Monarchie, das Rittertum sowie die Schokoladentafel.

Herkunft und Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artus wurde im Mittelalter geboren. Um genau zu sein, im Frühmittelalter. Eine so genaue Angabe ist für diese Zeit nur für Angehörige von Königshäusern möglich.

Artus war der Sohn von Uther Pendragon. Uther galt in seiner Jugend als hässlichster Mann sämtlicher britischen Inseln und hatte daher keine wesentlichen Aussichten, jemals eine Frau ins Heu ziehen zu können, geschweige denn eine Familie zu gründen. Allerdings hatte Uther einen besonders guten Kumpel namens Merlin. Merlin war in vielerlei Hinsicht begabt: er war ein geschickter Fälscher, Bühnenzauberer und Schönheitschirurg. Als Uther in ihrer gemeinsamen Studentenbude mal wieder einen Spiegel zertrümmert hatte, versprach Merlin, ihm zu helfen.

Mit Hilfe eines falschen Bartes, aufgespritzter Ohrmuscheln und etwas Botox verwandelte Merlin seinen Freund Uther in einen absoluten Frauentyp. Um seine neue Wirkung auf Frauen zu testen, ging Uther im Studentenheim auf die Suche nach einem geeigneten Versuchsobjekt. Am Ende eines langen Tages schließlich schleppte er die Hauswirtschaftsstudentin Migraine ab, deren Freund gerade in der Kneipe versackt war, und schwängerte sie.

Anschließend brach Uther sein Studium ab und ging weit weg. Hierdurch wurde er zur Legende. Migraine aber brachte den Sohn Artus zur Welt und erklärte ihm später, sein Vater sei ein sagenhafter Held und Herrscher und nur kurz verreist. Merlin studierte weiter, machte Abschlüsse in Alchimie, Nanotechnik und Staatsrecht und wurde schließlich einer der führenden Scharlatane des Landes. Er behielt Artus im Auge.

Im Alter von zehn oder elf Jahren durfte Artus zum ersten Mal mit Merlin auf Tournee gehen. Sie reisten gemeinsam durch walisische Kleinkönigreiche (ein solches Kleinkönigreich bestand meist aus drei Bauernhöfen mit gemeinsamer Milchkannenbenutzung) und zogen die Landbevölkerung mit billigen Zauber- und Kartentricks ab. Artus' Lieblingstrick bestand darin, den unbedarften Landwirten ein Hühnerei aus dem Ohr zu ziehen. Das sorgte nicht nur für Gelächter, sondern dadurch hatten die zwei hinterher wenigstens auch etwas zu beißen.

Königtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als kleiner Junge sammelte und tauschte Artus mit Feuereifer Klebebilder von bunt angezogenen Helden.

Nachdem Artus und Merlin auf diese Weise einige Saisons hinter sich gebracht hatten und Artus langsam in die Pubertät kam, entschloss sich Merlin, größere Brötchen zu backen. Statt eines Hühnereis musste Artus nun ein Schwert aus einem Stein ziehen.

Die Nummer lief so ab: Merlin steckte das Schwert in einen Stein (der Stein war in Wirklichkeit eine komplexe Mineral-Polymerverbindung, die durch elektrische Impulse unterschiedlich polarisiert werden konnte). Anschließend setzte er den Stein auf dem Marktplatz des aktuellen Kleinkönigreiches auf ein Podest und rief vor allen Leuten aus: „Wer zieht dieses Schwert aus diesem Stein? Der soll einst König von England sein!“

Obwohl kein Mensch wusste, was mit König oder England gemeint war, kamen doch viele herbei, um den Preis zu gewinnen, aber es schaffte natürlich keiner. Bis dann Artus unschuldig pfeifend daherkam und das Schwert mühelos ziehen konnte, weil Merlin heimlich die Polarisierung geändert hatte. Alle waren gehörig beeindruckt, und die zwei konnten für ihr Königreich ein paar Spenden sammeln.

Die Legende vom Schwert wurde von Merlin immer mehr ausgeschmückt und er fälschte zahlreiche Urkunden und Testamente, zum Beispiel kirchliche Schenkungen, römische Grundbücher und so weiter. Wenn jemand auf der britischen Insel starb und die Erben kurz nicht aufpassten, dann stand im Testament plötzlich drin, dass das ganze Vermögen und der Grundbesitz an denjenigen vererbt werden würden, der das Schwert Excalibur aus dem Stein ziehen könne.

Als Artus fünfzehn war, hatte er sich zu einem vollwertigen Großmaul entwickelt, mit dem Merlin seine ehrgeizigen Pläne nun voll verwirklichen konnte. Merlin und Artus riefen eine Versammlung aller Völker Britanniens ein: Briten, Angeln, Sachsen, Waliser, Bretonen, sie alle sollten sich in Camelot versammeln. Camelot war zu dieser Zeit eine große Wiese im Süden von Wales. Nachdem sich Dutzende von Menschen dort eingefunden und Merlin noch einmal recht ansehnliche Eintrittsgelder kassiert hatte, hielt Artus eine Rede.

Artus entwickelte vor seinen Zuschauern eine Vision eines geeinten Reiches, in dem sich die Völker nicht mehr gegenseitig die Köpfe einschlagen würden. Er schlug vor, alle Kleinkönigreiche zu einem großen Staatsgebilde namens England zusammenzufassen. Er entwarf eine Wirtschafts- und Währungsunion, versprach fette Subventionen für die Landwirtschaft und eine Menge hochbezahlter Posten für arrogante Bürokraten. Im Hintergrund spielte Merlin Hurrarufe vom Band ein.

Die Reaktionen der Zuhörer waren unterschiedlich. Während zum Beispiel die Angeln den Namen England ziemlich gut fanden, schlugen die Sachsen vor, den neuen Staat doch lieber Sexland zu nennen. Hierüber gerieten die Angeln und Sachsen sich in die Haare. Die meisten der Zuschauer aber jubelten Artus zu und stellten sich in einer langen Schlange an, um einen der begehrten Posten zu bekommen. Dies war die Geburtsstunde des englischen Königreiches.

Die Tafelrunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artus' erste Amtshandlung als frischgebackener König war, wie könnte es anders sein, die Einführung von Steuern. Mit diesen finanzierte er nicht nur seine neue Königskrone, sondern er ließ sich auf der Wiese von Camelot auch eine schöne neue Burg bauen, in der er vor dem Zorn aufgebrachter Steuerzahler einigermaßen sicher war.

Merlin bekam einen eigenen Turm, in dem er ungestört neue, unaussprechliche Experimente durchführen konnte. Obwohl Merlin eigentlich die meiste Arbeit geleistet hatte, war er mit dieser Aufteilung durchaus zufrieden. Er brauchte persönlich nicht mehr zum Leben als ein geräumiges Labor und ab und zu eine willige Wassernymphe.

Artus wurde schnell bekannt als ein Förderer der Künste und Sammler schöner Dinge. Neben Schwertern sammelte er auch Möbel und heilige Grale. Viele seiner Untertanen besuchten Camelot und zahlten bereitwillig Eintritt, um die schönen Dinge zu sehen, die Artus sich mit ihren Steuergeldern angeschafft hatte.

Eines Tages kam ein Fremder nach Camelot und bot Artus eine ganz neue Rarität an: ein großes Huftier, das intelligenter war als eine Kuh und auch schneller laufen konnte. Er erklärte Artus, das dieses Tier nicht zum Essen bestimmt sei, sondern dazu, einen Menschen zu tragen, so dass dieser nicht mehr mit den eigenen Füßen laufen müsse. Artus war begeistert von diesem Konzept und kaufte einige dieser Tiere, die Pferde genannt wurden.

Nie ohne Helm! Aber schon damals war die Auswahl der richtigen Kopfbedeckung auch Modesache.

Artus lernte bald das Reiten und fühlte sich besonders königlich, wenn er auf seinem hohen Ross über alle seine Untertanen hinwegsehen konnte. Auch einige andere seiner Hofbürokraten bekamen so ein Reittier und mussten lernen, sich oben zu halten. Weil sie bei ihren Ausritten durch die Umgegend oft mit Unrat und faulen Eiern beworfen wurden, ließen sie sich spezielle Reitkleidung aus Metall anfertigen, die gut abwaschbar war. Wegen der anfänglichen häufigen Stürze vom Pferd führte Artus bald auch eine Helmpflicht ein. Weil der Helm aber auch die Sicht des Reiters stark behinderte, bekamen die Reiter zusätzlich lange Holzstangen in die Hand, mit denen sie sich auch ohne Sicht vorwärtstasten konnten. So entstand das Rittertum. Bald wurden ritterliche Turniere veranstaltet, in denen sich die Reiter mit ihren Holzstangen an irgendwelchen Burgmauern entlangtasten mussten. Wer am längsten im Sattel blieb, gewann, und bekam eine Prinzessin oder eine Kaffeemaschine.

Anschließend setzten sich die Ritter dann an einen großen runden Tisch und bekamen vom König eine Tafel Schokolade. Das Feierabendbier war damals noch nicht erfunden, deshalb wurde stattdessen diese Tafelrunde ausgegeben. Die Schokolade war ein Abfallprodukt aus Merlins Labor, was die Ritter aber nicht wussten. Artus vermarktete das Produkt kommerziell als Ritter-Schokolade. Als sich herausstellte, dass sie dick macht, entwickelte Merlin eine Light-Version, die als Ritter Sport recht erfolgreich wurde.

Ehe und Niedergang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artus hatte alles, was ein Mann braucht: ein Haus, ein Pferd, und die größte Klappe. Wenn ihm der Sinn nach erotischer Betätigung stand, ging er in die Katakomben von Camelot zu seiner Halbschwester Morgana, die sich dort ein Domina-Studio mit allen Schikanen hatte einrichten lassen, und ließ sich von ihren fesselnden Ideen mitreißen.

Er war kurz davor, richtig Spaß am Leben zu haben, und das konnte Merlin dann doch nicht mehr mit ansehen. Um ihm eins auszuwischen, erklärte Merlin ihm, dass es nun Zeit sei, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Ein Königreich, so Merlin, brauche eine Dynastie, damit es von Dauer sein könne. Mit einem Einweg-König sei es nicht getan.

Hier fand Artus kein passendes Gegenargument und musste sich daher fügen. Merlin pries ihm die liebliche Vinegra als Braut an, sie sei die schönste Frau Englands, außerdem sei ihr Vater reich und kränklich und man müsse ja auch an den Staatshaushalt denken. Daraufhin wurde der Ritter Lancelot ausgesandt, die Schöne nach Camelot zu geleiten.

Als Lancelot mit Vinegra wieder zurückkehrte, musste Artus erkennen, dass der Terminus die schönste Frau Englands nur eine relative Aussage darstellte. Aber das Hochzeitsfest war schon vorbereitet, der Jackpot beim Ritterturnier war besonders hoch und Merlin zog seinen Streich jetzt bis zum Altar durch. Artus wusste kaum, wie ihm geschah, und war plötzlich verheiratet. In diesem Punkt ging es ihm nicht besser als jedem anderen.

Lady Vinegra liebte es, sich den ganzen Tag nur mit Vögeln zu beschäftigen.

Vinegra war tugendhaft, gütig, treu, gottesfürchtig, sanft, verständnisvoll und auch sonst eine komplette Spaßbremse. Statt sich in Morganas Spezialgeschäft irgendwelche Sexspielzeuge auszusuchen, ging sie lieber mit Lancelot Blumen pflücken, Gedichte lesen oder Federball spielen. Artus besorgte sich Kabelfernsehen, sah sich Fußball und Formel 1 an oder soff mit seinen Rittern die Nächte durch. Manchmal zog er auch los, um mit seinen Rittern irgendwo an den Grenzen seines Königreiches eine Schlacht zu schlagen, aber Vinegra vermutete nicht ganz zu Unrecht, dass der Feldzug in der Regel bereits in der nächsten Eckkneipe zu Ende war und das Humpeln der heimkehrenden Ritter eher von einer Kneipenschlägerei herrührte.

So ging es mit Artus' Königreich bergab. Angeln, Sachsen und Briten wussten irgendwann nicht mehr, warum es jemals eine gute Idee gewesen sein sollte, sich nicht gegenseitig die Köpfe einzuschlagen, und nahmen ihre alten Feindseligkeiten wieder auf. Um Artus wieder ein bisschen auf Trab zu bringen, nahm Merlin einen heiligen Gral aus Artus' Sammlung und versteckte ihn im Schlossgarten, als Blumentopf getarnt. Doch auch der daraufhin ausgelöste Großalarm konnte Artus nicht aus seiner Antriebslosigkeit herausreißen. Immerhin nahmen einige der anderen, jüngeren Ritter begeistert an der großangelegten Suchaktion teil. Merlin war inzwischen nicht mehr der Jüngste und vergaß, wo er den Topf versteckt hatte. Später vergaß er auch, dass er ihn versteckt hatte, und noch später wurde er in Pflegestufe 3 eingestuft und bekam eine nette Wassernymphe als Betreuerin.

Irgendwann im Suff nahm Artus sein altes Schwert Excalibur und warf es in einen See. Da es sich um rostfreien Edelstahl handelte, liegt es vermutlich noch heute am Grund des Sees. Und wer es hervorholt, wird König von England sein. Aber ob es das wert ist?


Dieser Artikel ist Artikel der Woche 31/2008
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