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Auch Alexanders Mutter Olympias war von ihrem schürzenjagenden Ehemann schwer genervt, vor allem von seiner Angewohnheit, jede seiner Liebschaften gleich heiraten zu müssen. Der Königspalast war voller Nebenfrauen, an die sich Philipp zum Teil gar nicht mehr erinnern konnte, die aber alle ein eigenes Ankleidezimmer beanspruchten und regelmäßig zum Shoppen nach [[Athen]] oder [[Phönizien]] jetteten. Um diese Situation in den Griff zu bekommen, heuerte Olympias einen [[Ehekrach|Eheberater]] namens Pausanias an. Nach eingehender Analyse kam Pausanias zu dem Schluss, dass die Ehe nicht mehr zu retten sei, eine Scheidung aus [[Ehegattensplitting|steuerlichen Gründen]] aber für alle Beteiligten unvorteilhaft sein könnte. Um seinen guten Ruf als Berater zu retten, schob er Philipp daher kurzerhand einen Dolch in die Brust. Mit dieser Lösung waren alle zufrieden, und weil das Verfahren so simpel und effizient war, wendeten Alexander und Olympias es sogleich auch auf einen größeren Teil des unproduktiven Hofstaats und der politischen Konkurrenz im Lande an.
Dieser Machtwechsel wurde in ganz Griechenland mit Verunsicherung zur Kenntnis genommen. Einige Jahrhunderte zuvor hatten die Griechen die [[Demokratie]] erfunden; diese war zwar inzwischen ein bisschen aus der Mode gekommen, aber in der aktuellen Situation begannen viele Griechen wieder, freie [[Wahl]]en zu fordern. Alexander, der gebildet und fortschrittlich war, schickte daraufhin jedem griechischen Stadtstaat einen Wahlzettel mit zwei Ankreuzmöglichkeiten, nämlich: '''a)''' wir erkennen die Oberherrschaft Alexanders mit Freuden an, oder '''b)''' wir erkennen Alexanders Oberherrschaft nicht an und möchten lieber, dass unsere Stadt niedergebrannt und dem Erdboden gleichgemacht wird. Nach einem kurzen, leidenschaftlichen Wahlkampf stimmten fast alle Stadtstaaten für a), außer [[Theben]], das lieber niedergebrannt werden wollte. Alexander nahm die Wahl an.
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