Der Trödeltrupp - Das Geld liegt im Keller

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„Billiger als Dollar Hugo, stilloser als Rudis Reste Rampe“

~ Thomas Phillips über Der Trödeltrupp


Der Trödeltrupp - Das Geld liegt im Keller ist ein Format des Livestylekanals RTL 2, in dem dokumentiert wird, wie das Lebenswerk in finanzielle Schieflage geratener Messies zur Belustigung des Fernsehpublikums verramscht wird.

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da es über das Format - was es mit eigentlich allen RTL 2 Realityformaten gemeinsam hat - nicht allzuviel zu sagen gibt, wird an dieser Stelle das Format anhand des Ablaufs einer gewöhnlichen Der Trödeltrupp-Folge analysiert.

Intro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An sich beginnt jede Folge mit einem völlig zugemüllten Haus irgendwo in der deutschen Pampa. Bereits hier muss klar werden, dass die im Laufe der nächsten 2,5 Sendeminuten eintreffenden Trödler - zur Auswahl stehen drei verschiedene Schauspieler - alle Mühe haben wird, den größtmöglichen Profit für seinen Schützling herauszuschlagen. Er wird sich heldenhaft durch die Müllberge graben wie ein Bergmann und Schätzchen aus diesen zu Tage fördern, die einem Indiana Jones zur Ehre gereichen würden.

Der Einmarsch des Trödlers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ganze Kerle, gestählt in zähen Verhandlungen: Die Trödler

Der Trödler fährt bei seinem Schützling vor. An dieser Stelle verschenkt RTL 2 einiges an Unterhaltungswert, denn würde nicht immer schon im Teaser und im Intro verraten, welcher der drei zur Auswahl stehenden Helden sich des Jobs annehmen würde, könnte die Zuschauerschaft an dieser lustige Wetten darauf abschließen, wer denn heute den Vorgarten/den Keller/die Bude entrümpeln darf. Zur Auswahl stehen hierbei:
Otto: Der kumpelhafte, etwas knarzige Ruhrpöttler, bei dessen Erscheinung der Kaufwillige lieber freiwillig 'n Fuffi drauflegt.
Mauro: Die geschmeidige, rheinländische Frohnatur und Namensitaliener (seit wann sind echte Italiener blond und hellhäutig?) ist der Schwiegermutterliebling der Truppe, der mit seinen strahlend blauen Augen und seiner samtweichen Stimme auch blinden, tauben Großmütterchen ein altes Fernsehgerät nebst analoger Sattelitenantenne aufschwatzt.
Sükrü: Als echter Südländer mit Migrationshintergrund und islamischen Wurzeln eine schöne Hommage an den Trödler Abraham.
Der Trödler nimmt hier eine Sichtung des Chaos vor und gibt ein paar weise Worte bzw. abfällige Kommentare über die ersten, von seinen Schützlingen vorgestellten und recht lieb gewonnenen Stehrümchen ab. Standardmäßig fragt der Trödler jetzt, wie viel Geld der Schützling denn mit seinem Plunder zu machen gedenke. Die Erwartungen des Schützlings werden in Anschluss an die Nennung der Summe um ein Vielfaches heruntergeschraubt, um ihn auf den Boden der Realität zurückzuholen. Er geht dann nur noch mit der Einstellung „Dabei sein ist alles“ ins Rennen um die Müllmoneten.

Die Selektion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Was auch immer das ist, der Trödler macht es zu Geld.

Nach etwa 12 - 15 Sendeminuten hat der Trödler den gesamten Trödel eines gesamten Sammlerlebens gesichtet und analysiert. Es wird eine Dreiteilung vorgenommen, die nach Pretiosen, Ramsch und Gerümpel selektiert. Hierbei gilt es, die Trotzphase des Schützlings zu überwinden, oder sie zumindest zu unterdücken. Das kann in etwa so aussehen:
Trödler:„Was ist denn hiermit?“
Schützling:„Aber das brauche ich noch“
Trödler:„Ja, aber du hast doch gesagt, du willst mal so richtig entrümpeln.“
Schützling:„Aber das ist meine Brille, ohne die kann...“
Trödler:„Ja willst du jetzt die Kohle oder nicht!“
Für gewöhnlich wackelt der Schützling jetzt mit dem Kopf und nuschelt betreten seine Einwilligung vor sich hin.

Unvollständige Silbergeschirre hingegen sind völlig wertlos: Ein Löffel fehlt.

Der Verkauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Anschluss an die Selektion ist der Schützling zumeist bereit, auch seine Uroma für eine Hand voll Kekse zu verkaufen und folgt dem Trödler apathisch bis unwillig zu den potentiellen Abnehmern. Traditionell wird zuerst ein Antiquitätenhändler für die Pretiosen angelaufen. Diesem versucht der Trödler jetzt das, was er für wertvoll hält aufzuschwatzen, und seien es nur eigenartige Liebhaberstücke aus seltsamen Werkstoffen. Damit der Zuschauer sich nicht allzusehr langweilt und wenigstens bis zum nächsten Werbeblock durchhält kommt jetzt eine Szene, in der der Antiquitätenhändler sich zunächst unwillig gibt, das Zeug überhaupt nur anzusehen. Nach einigem Hin und Her und ein bis zwei physisch unterstützten Verhandlungsrunden kauft er die ganze Sore zu in etwa dem Preis, den der Trödler ihm zu Beginn genannt hat und überreicht das Geld. Dem Trödler wohlgemerkt.

Die Schützlinge:Vergattert auf den Erfolg und zu allem bereit

Auf den Antiquitätenhändler folgt der Flohmarkt. Der Familienkombi wird mit allem, was noch mindestens eine Woche zum Kaputt gehen braucht vollgeladen und sei es nur die Flohzerfressene Familientöle oder der versiffte Flokkati aus der Waschküche (Opis alter Karabiner wird nach Aufzeichnungsschluss unter der Hand an vertrauenswürdige Sammler verscherbelt).
Auf dem Flohmarkt können dann optional folgende Szenarien auftreten:

  1. Der Trödler bearbeitet die an Agoraphobie und extremer Schüchternheit leidenden Schützlinge so lange, bis sie zu waschechten Koberern mutieren, die selbst Kundschaft in den verranztesten Puff auf Sankt Pauli locken würden.
  2. Ein Schützling rastet völlig aus und versucht den bereits zum Verkauf freigegebenen Trödel zu behalten. Der Trödler geht gefühlvoll und emphatisch auf seinen Schützling ein, bis der auch den geizigsten Kaufunwilligen in einen ausgewachsenen Kaufrausch kobert.
  3. Es passiert überhaupt nichts. Trödler und Schützling hocken nur hinter ihrem Campingtisch und drehen gutgläubigen Mitbürgern ihren ganzen Schrott an.

Welches Szenario auch immer zunächst mal gespielt wird, es endet eigentlich immer damit, dass der Trödler die Lust verliert und den ganzen restlichen Krempel pfundweise verschleudert. Anzumerken wäre auch hier noch, dass der Trödler die Kasse betreut.

Der Kassensturz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten fünf Sendeminuten dienen dem Kassensturz durch den Trödler, der vor versammelter Schützlingschaft die Einnahmen zusammenrechnet. Ist er damit fertig, fragt er erst mal in die Runde, wer glaubt wie viel Geld denn eingenommen worden ist. Natürlich schätzen die Schützlinge immer weit zu wenig, um dann mit leuchtenden Augen die wahre Summe zu erfahren (abzüglich der inoffiziellen Provision des Trödlers). Der Trödler gönnt seinen Schützlingen noch ein paar warme Worte zum Abschied, bevor er sie ihrem weiteren Schicksal überlässt. Dumm nur, dass er nie erwähnt, dass die Schützlinge ihre Einnahmen versteuern müssen oder sie zumindest auf den auszuzahlenden Hartz IV Satz angerechnet werden.

Fazit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alles in Allem ist der Trödeltrupp dabei ein Klassiker des RTL2 Nachmittags/Vorabendprogramm zu werden. Die 45 Sendeminuten spulen sich völlig belanglos ohne große Überraschungen durch das Gehirn der Zuschauer ohne bleibende Erinnerungen, aber immerhin auch ohne bleibende neuronale Schäden zu hinterlassen. Auf die Frage nach der Entwicklung des Sendekonzepts gab ein RTL2 Sprecher zu Protokoll:„Der Trödeltrupp, ja? Tut mir leid, hab' ich nie gesehen. Läuft der nicht auf Sat?“
Wie auch immer, der Trödeltrupp hat immerhin Wiederverwertungspotential. Sollte genug Müll und Unrat in der Wohnung zurückbleiben kann vier Wochen später das Messie-Team (ebenfalls RTL2) anrücken. Kommt die Schützlingssippe asozial genug über die Fernsehschirme, dann qualifiziert sie sich sogar für eine Folge Frauentausch. Wird das eingenommene Geld aber für eine Urlaubsreise auf den Kopf gehauen, dann ergibt das ein neues Szenario bei den X-Diaries.

Und sollte nach Kassensturz immer noch nicht genug Kohle beisammen sein, um wenigstens den seit Kontoeröffnung überzogenen Dispo auszugleichen, dann kann die Sippschaft zumindest noch an den Schuldnerberater beim Mutterschiff RTL überwiesen werden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel ist Artikel der Woche 4/2012
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