UnBooks:Der fahrende Holländer

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Goede reis!

Die Sage vom Fahrenden Holländer (Driving Dutchman) ist die Legende von einem verfluchten Camper und seinem geisterhaften Wohnmobil. Durch einen Fluch ist er dazu verdammt worden, bis zum jüngsten Tag mit seiner Karre auf der A2 umherzuirren, ohne jemals in Werder anzukommen.

Der Kern der Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um das Jahr 1962 versuchte der Fahrer eines niederländischen Wohnmobiles, der eine selbst für einen Holländer dreiste Fahrweise pflegte und für sein lästerliches Fluchen bekannt war, trotz Vollsperrung an einer Unfallstelle auf der A2 Rheda Wiedenbrück vorbeizukommen. Was dann passierte, schildert er laut Überlieferung selbst:
„Ich bin nicht tot, aber auch nicht am Leben. Ich schwebe zwischen dieser Welt und der der Geister. Merke auf, was ich Dir sage!
Sieben Stunden lang versuchte ich, gegen diesen verfluchten Stau anzukämpfen, aber ohne Erfolg, und ich fluchte fürchterlich. Sieben weitere Stunden wechselte ich die Spur, hupte, blendete auf und schrie mir die Seele aus dem Leibe, ohne jedoch vorwärts zu kommen, und dann brach ich – ach, in schreckliche Gotteslästerungen aus. Noch immer gab ich nicht auf; Die Familie, von den langen Anstrengungen erschöpft, verlangte, dass ich in der nächsten Raststätte oder bei der nächsten Ausfahrt abführe, aber ich weigerte mich; ja, ich wurde sogar zum Tyrann, – unabsichtlich zwar, aber doch zum Tyrannen. – Mein Frau widersetzte sich mir und sagte den Kindern doch einfach in den Fahrgastraum zu pinkeln, wenn sie doch so dringend müssten. Im Übermaß meiner Wut riss ich die Türen auf und warf die Kinder auf die Straße. Selbst ihr Wimmern und ihr Heulen zügelte mich nicht, und ich schwor bei der Reliquie des heiligen Kreuzes, die jetzt um Deinen Hals hängt, dass ich mein Ziel erreichen wolle trotz Stau und Vollsperrung, trotz Nebel und Eis, trotz Himmel oder Hölle, und wenn ich mich bis zum Jüngsten Tage abmühen müsste. Mein Fluch wurde unter Donnerschlägen und in Strömen schwefeligen Feuers aufgezeichnet. Der Wagen fuhr wie von Furien gehetzt los und durchglitt die anderen Fahrzeuge wie ein unheimlicher Schatten, der er jetzt ja auch war, und in einer tief niederhängenden Wolke, welche alles in äußerste Finsternis hüllte, standen mit blauen Flammen die Worte geschrieben: – BIS ZUM JÜNGSTEN TAGE.“

Sagen und Geschichten um den fahrenden Holländer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fahrzeug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das sagenumwobene Geisterfahrzeug soll unglaubliche Fähigkeiten besitzen. So soll es sich bei einem Stau auf dem Standstreifen mit 120 km/h bewegen können. Auch wird ihm die Fähigkeit nachgesagt, vor jeder Radarfalle plötzlich unsichtbar zu werden. In manchen Erzählungen soll es auch mal ganz plötzlich aus der falschen Fahrtrichtung auftauchen.

Begegnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn einem anderen Fahrzeug der Fahrende Holländer erscheint, ist dies ein äußerst bedrohliches Omen. Es soll einen nahenden Unfall oder wenigstens ein bevorstehendes sattes Strafmandat wegen Geschwindigkeitsübertretung bedeuten.

Kraftfahrer, die dem Geisterfahrzeug angeblich begegneten, berichteten davon, dass der Wohnanhänger des Gefährts entweder leer, nur mit Toten oder mit Geistern besetzt war. Manche sagen, sie hätten trotz des leeren Fahrgastraumes verzweifelte Rufe nach lecker Boderbrodjes gehört.

In vielen Geschichten wird ein Fahrrad erwähnt, mit dem auf Rastplätzen eine zerlumpte Gestalt an den anderen Kfz vorbeifährt und versucht, unverzollte Zigaretten und Hanfprodukte an den Mann zu bringen. Wer diese Waren ersteht und nicht sofort an das Handschuhfach nagelt, gerät unweigerlich kurz danach in eine Zollkontrolle.

Der verschwundene Pächter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rasthäusern wird erzählt, dass spät in der Nacht ausgemergelte, schlotterige Gestalten aus dem Wohnwagen stolpern und unentgeltlich die Toiletten benutzen. Anschließend sind die sanitären Einrichtungen in einem furchterregenden Zustand. Außerdem verschwinden Toilettenpapier, Salzstreuer, Gläser und Zeitungen. Danach verschwindet das Fahrzeug wieder in der diesigen Nacht.
Von einem Pächter, der sich in den Weg stellte und eine Bezahlung einforderte, hat man anschließend nie wieder etwas gehört.

Der verhexte Wagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Parkplatz Grebser Heide näherte sich ein ahnungsloser Reisender einem verrosteten Wohnwagen. Er klopfte an und fragte höflich von draußen, wo denn die Abfahrt Temnitz sei. Ein heruntergekommener Mann mit stark niederländischem Akzent öffnete und lud ihn auf einen lecker Genever ein. Als der Tourist nach kurzer Zeit den Wohnwagen wieder verließ, fand er sich auf der Tankraststätte Gütersloh wieder. Verwirrt drehte er sich um, aber das Fahrzeug war verschwunden.

Im Stau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während eines Staus zwischen dem Kamener Kreuz und der Abfahrt Bohnen drängelte sich plötzlich ein heruntergekommenes Wohnwagengespann laut hupend durch die Kolonne. Durch das geöffnete Fenster schrie jemand : „Over Board mit de Blagens!“, während das Wimmern einer Frauenstimme zu hören war.

Der sportliche Fahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fahrer eines Sportwagens versuchte, ein verlottertes Wohnwagengespann zu überholen. Doch so sehr er auch beschleunigte, das Fahrzeug blieb immer genau rechts neben ihm. Eine boshafte Stimme rief durch das geöffnete Fenster immer wieder: „Lahme Karre, lahme Karre!“
Das ganze endete mit einem Strafmandat wegen 200% Geschwindigkeitsübertretung an einer Baustelle. Den Wohnwagen hatte niemand sonst gesehen.

Das preiswerte Gemüse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einem Raststättenpächter wurde mitten im Winter um 02:00 Uhr nachts Gemüse zu einem unglaublich niedrigen Preis angeboten. Nachdem man sich handelseinig geworden war, lud der Lieferant riesige Mengen an Tomaten, Schlangengurken und Paprika aus seinem Wohnwagen.
Am nächsten Morgen wollte der Koch das Gemüse aus dem Kühlhaus holen, aber er fand nur Berge von Plastikmüll vor.

Die Fußballfans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Hooligans sangen am späten Abend, dass sie ohne Holland zur WM fahren würden. Plötzlich tauchte ein verflucht magerer Kerl neben ihnen auf. Er sagte ihnen, dass sie sich irrten, und dass sie auf Grund ihrer gottlosen Sauferei MIT Holland fahren würden, aber nicht zur WM, sondern in die Hölle.
Tief erschüttert durch diesen Vorfall, schworen sie dem Alkoholkonsum vollständig ab und traten der altkatholischen Kirche bei.

Der fahrende Holländer in der Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inspiriert durch diese Sage dichtete zum Beispiel Walter von der Radkappe diese Zeilen:

Nur eine Hoffnung soll mir bleiben,
nur eine unerschüttert stehn:
irgendwann muss doch die Karre
verrosten und zugrunde gehn.
Tag des Gerichtes! Jüngster Tag!
Wann kommt es, dass die Achs nicht hält?
Wann dröhnt er, der Vernichtungsschlag,
mit dem das Ding zusammenfällt?
Wann endlich jedes Teil verschlissen,
dann hab ich endlich ausgeschissen…
Ihr Fahrten, endet euren Lauf!
Ew'ge Vernichtung, nimm mich auf!


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Dieser Artikel ist Artikel der Woche 13/2009
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Dieser Artikel istArtikel des Monats März 2009
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